Jeden Tag verwenden wir viele Apps. Sie erleichtern uns das Leben ungemein.
Aber welche Apps nutzt welche unserer Daten?

Um genau das herauszufinden, wurde das Projekt Privacy Grade von der Carnegie Mellon University ins Leben gerufen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, kostenlose Android-Apps nach ihrem Grad der Vertrauenswürdigkeit zu bewerten.
Hierzu wird das amerikanische Notensystem von A+ bis D verwendet. Das Bewertungskriterium ist dabei ein Vergleich von zwei Faktoren. Einerseits wird ausgewertet, welche Erwartungshaltungen der Nutzer an die App hat, in Bezug auf den Datenhunger.
Andererseits wird festgestellt, wie hoch der tatsächliche Zugriff der App auf die Daten der Nutzer ist.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Nutzen wir die App „Google Maps“, rechnen wir damit, dass die App auf unseren Standort zugreifen will.
Bei einem Spiel wie „Fruit Ninja“ rechnen wir nicht damit.

Unter den Auswertungen finden sich auch Apps wie Whats App, Viber und Facebook. Diese schneiden im Test besonders gut ab und gelten daher als vertrauenswürdig.
In den vorangegangenen Blogs haben wir schon gesehen, dass gerade diese Apps nicht sonderlich vertrauenswürdig erscheinen.
Bei näherer Betrachtung wird schnell klar, welcher das Beweiskriterium antreibende Motor ist: der Grad der Überraschung.
Wird der Nutzer damit überrascht, dass eine App auf viele Daten zugreifen will, liegt der Überraschungsgrad hoch und die App wird als nicht vertrauenswürdig eingestuft.
Gerade Facebook und Whats App verlangen bei ihrer Installation den umfassenden Zugriff auf die Daten der User. Das ist eine Tatsache, die schon vielen Nutzern bekannt geworden ist. Daher liegt der Überraschungsfaktor niedriger, als bei unbekannten Apps.

Fakt ist:
So vielversprechend dieses Projekt auch klingen mag, wird bei weiterer Recherche schnell klar, dass die Bewertungen eher dazu dienen, sich selbst ein realistisches Bild über die Datennutzung der Apps zu machen.
Wir sollten uns nicht auf die Vertrauenswürdigkeit von Apps verlassen, sondern eher mit Misstrauen und Recherche überlegen, welche Apps wir installieren wollen.

Monika Wystup