Heutzutage sind Schlagzeug-Becken in einem Drum-Set nicht mehr wegzudenken. Jedoch wie ein Becken hergestellt wird, wo der Ursprung des liegt und welche verschiedenen Arten es gibt, wissen bis auf Drummer*innen die wenigsten. Dieser Artikel soll euch dabei helfen ein besseres Allgemeinwissen zu dem Thema „Becken“ zu bekommen.

Geschichte

Man vermutet, dass der Ursprung des Beckens in Asien liegt. Das Kaiserreich China hatte generell einen großen Einfluss auf die Entwicklung des heutigen Schlagzeug-Beckens. Im Laufe des 17. Jahrhunderts gelangen die Becken nach Mitteleuropa. Dort wurden sie zunächst vom Militär genutzt,  später dann von Sinfonieorchestern. 
Das „klassische“ Drumset, wie es heute am häufigsten benutzt wird, hat seinen Ursprung im Jazz.

Herstellung

Die meisten Becken werden mittels Schmieden hergestellt. Zuerst wird eine Kupfer-Zinn-Mischung bei 1150 Grad Celsius geschmolzen. Nachdem die Metallgussteile abgehärtet sind, werden diese in den Ofenraum gebracht und nach ihrem Gewicht sortiert. Auch werden jegliche Unreinheiten entfernt, sodass am Ende jedes Becken der gleichen Sorte möglichst gleich aussieht und vor allem gleich klingt. Die Becken werden insgesamt sechs bis zwölf Mal erhitzt und gewalzt, da diese nur einige Millimeter dünn werden sollen. Die Dicke des Beckens beeinflusst später dessen Stärke. Nach dem Walzen kühlen die Becken ab und werden erneut erhitzt um in der Mitte eine „beulen-artige“ Form zu erzielen. Schlussendlich wird das Becken abgekühlt und ein Loch in der Mitte reingebohrt. 
Viele hochwertige Becken werden heutzutage immer noch vollständig per Hand angefertigt, wodurch jedes Becken seinen eigenen Klang hat. Dadurch, dass die Platzierung, Frequenz und Intensität im Gegensatz zu den Schlägen der Maschine nicht einheitlich sind, ist der Klang jedes Beckens einzigartig. 

Arten

Hihat:

Bei eigentlich jedem Groove wird die Hihat genutzt. Diese ist jedoch deutlich jünger als das restliche Drum Set. Ende der 1920er Jahre fing die Verbreitung der Hihat erstmals an.
Die Hihat besteht aus zwei Becken. Einem Top-Becken und einem Bottom-Becken. Diese werden durch eine Fußmaschine horizontal zusammengehalten und aneinander geschlagen. Am weitesten verbreitet sind die Größen zwischen 12 und 14 Zoll, jedoch erlangen 15 und 16 Zoll immer mehr Popularität. 

Ride-Becken:

Das Ride-Becken wird oft mit dem Swing in Verbindung gebracht. Anfang der 30er Jahre wurde das Ride-Becken vor allem im Bereich der Big Band Musik im Jazz genutzt. Es bewirkt einen „federnden“ Charakter, welcher ausschlaggebend für den Swingrhythmus ist. Signifikant für den Sound eines Ride Beckens ist der definierte Anschlag und ein folgendes Grungrauschen, welches eine Art Klangteppich bewirkt. 
Die am meisten benutzten Durchmesser sind zwischen 18 und 25 Zoll.

China-Becken:

Das China-Becken ist vermutlich das älteste Becken überhaupt. Es hat seinen Ursprung, wie der Name schon verrät, in China. Vor über 2000 Jahren wurde dieses schon in Asien verwendet. Die meisten China-Becken werden immer noch in Asien produziert. Vor allem in Wuhan.
Das Becken hat durch eine ehr zylinderartige Form und den nach oben gewölbten Rand eine außergewöhnliche Form.
Genutzt wird das Becken meistens für durchsetzungsstarke Akzente und könnte mit einem Crash-Becken verglichen werden. 
Die gängigsten Größen liegen bei 14 bis 24 Zoll.

Crash-Becken:

Das Crash-Becken wird für Akzente genutzt. Es ertönt ein prägnanter, leicht „schmutziger“ Klang direkt nach dem Anschlag. Danach ist ein ausklingender Ton zu hören, welcher je nach Stärke und Größe des Beckens länger oder kürzer ist. 
Die üblichen Größen liegen zwischen 12 und 20 Zoll.

Fazit

Es gibt also viele verschiedene Becken, die alle ihren eigenen Klang und Charakter haben. Jede einzelne Becken-Art ist jedoch grundlegend wichtig für ein Drum-Set und ermöglicht eine facettenreiche Spielweise.