Wie würden Sie in folgendem Szenario reagieren?

Sie sind Kneipenbesitzer und möchten eine Liveübertragung der WM für Ihre Gäste ermöglichen. Sie stellen eine Leinwand auf, auf der das Spiel übertragen wird und nennen die Veranstaltung „Fan Fest“. Ein paar Wochen später erhalten Sie eine Abmahnung, der zufolge Sie Gebühren bezahlen sollen – mit freundlichen Grüßen der FIFA.

 

Die Fédération Internationale de Football Association (zu Deutsch Weltfußballverband oder abgekürzt FIFA ließ sich 2007 den Begriff „Fan Fest“ als Marke eintragen. Damit ist sie in der Position Fan Feste zu lizensieren oder sogar zu untersagen, wenn nicht vorher um Erlaubnis gebeten wurde. Private Feste wie zum Beispiel ein Treffen im Park mit Freunden unter der Bezeichnung „Fan Fest“ sind erlaubt, untersagt wird jedoch die gewerbliche Nutzung des Begriffes.

Dagegen will jetzt Thomas Herro mit seiner Kanzlei Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum vorgehen. Er hat Löschungsanträge an das europäische Markenamt gerichtet und setzt sich dafür ein, dass die Benennung des Festes jedem freistehen soll.

Die originalen „Fan Feste“ der FIFA finden nur in dem Land statt, das zur derzeitigen WM Gastgeber ist.

Auch wenn Deutschland in diesem Jahr nicht das Gastgeberland war, so gehe die FIFA gegen den Begriffsmissbrauch vor.

Offiziell existieren noch keine Abmahnungen, solche werden aber erwartet.

Der Antrag auf Löschung der FIFA-Marke kam erst gegen Schluss der diesjährigen WM, da erst durch die WM darauf aufmerksam gemacht wurde.

Thomas Herro rügt, dass die Marke „Fan Fest“ nicht dazu geeignet sei Waren oder Dienstleistungen des einen Unternehmens von denen anderer Unternehmen zu unterscheiden und damit eine betriebliche Zuordnung der Waren oder Dienstleistungen zu einem Unternehmen zu ermöglichen. Der Marke fehle es an Unterscheidungskraft. Dazu komme, dass die Marke rein beschreibender Natur sei. Sie beschreibe nur das, was es ist: ein Fest von Fans für Fans, eben ein „Fan Fest“.

Die fehlende Unterscheidungskraft und die bloße Beschreibungsnatur der Marke seien ausreichend, um absolute Schutzhindernisse im Sinne der Gemeinschaftsmarkenverordnung anzunehmen. Damit läge ein Grund für die Löschung der Marke vor.

 

 

Fakt ist:

Zu hoffen bleibt, dass das Markenamt die FIFA nicht präferiert und die Marke auf Grund der nicht vorliegenden Unterscheidungskraft und der bloßen Beschreibung gelöscht wird, damit auch in Deutschland die gewerbliche Nutzung des Begriffes „Fan Fest“ für jeden möglich bleibt.

Monika Wystup