Hackern gelingt es immer wieder, durch Angriffe große Mengen an Daten zu erlangen. Ein Datendiebstahl ist für das Image eines Unternehmens nicht besonders förderlich. Kommt es jedoch zu einem solchen Zwischenfall, kann der falsche Umgang damit weit größeren Schaden anrichten.

 

Historischer Datendiebstahl bei Yahoo

Wie wichtig das Kommunizieren von Problemen im Bereich des Datenschutzes sein kann, verdeutlicht das Beispiel Yahoo. Das Unternehmen aus dem Bereich Internetdienstleistungen zeigt dabei seit geraumer Zeit, wie ein Unternehmen dieses Thema nicht handhaben sollte.

Bereits im Jahr 2013 wurde Yahoo Opfer des wohl größten Datendiebstahls, der bisher verübt wurde. Das Unternehmen ging mit dieser Information jedoch erst Jahre später an die Öffentlichkeit. Erst im Jahr 2016 gab man an, dass rund eine Milliarde Nutzerkonten betroffen wären. Die Angreifer verschafften sich Zugriff auf Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und unkenntlich gemachte Passwörter. Wieso das Unternehmen nicht umgehend nach dem Angriff die Kommunikation zu seinen Nutzern suchte, ist bis heute völlig unklar.

 

Neues Ausmaß des Datendiebstahls

Anfang Oktober musste der neue Eigentümer Verizon nun die nächsten negativen Nachrichten veröffentlichen. Unternehmensinterne Untersuchen haben ergeben, dass alle Nutzerkonten vom Rekordhack im Jahr 2013 betroffen waren. Zu diesem Zeitpunkt nutzten rund drei Milliarden Menschen weltweit verschiedene Dienste von Yahoo. Verizon machte keine Angaben dazu, warum das konkrete Ausmaß des Datendiebstahls nicht bereits bei früheren Untersuchungen entdeckt wurde. Im vergangen Jahr hatte Yahoo außerdem einen zweiten Datendiebstahl aus dem Jahr 2014 öffentlich gemacht. Von diesem Angriff waren rund 500 Millionen Nutzer betroffen.

 

Fazit

Nicht nur aufgrund des nun bekannten Ausmaßes in Bezug auf den Datendiebstahl bei Yahoo im Jahr 2013, erscheint der Umgang damit als völlig unzureichend und falsch. Solche Vorfälle sollten den Kunden/Nutzern umgehend offenbart werden. Über die Motive des Handelns der Geschäftsführung von Yahoo wird derzeit viel spekuliert. Nicht wenige glauben, dass man das wahre Ausmaß verschleiert hat, um den Kaufpreis für Verizon nicht weiter senken zu müssen.

Janik Dörr