Bewertungen auf Online-Portalen spielen bei der Entscheidungsfindung vieler Menschen eine immer größer werdende Rolle. So ergab etwa eine Studie des Digitalverbands Bitkom im Jahr 2015, dass rund 30% der Internetnutzer Online-Bewertungen von Arbeitgebern lesen, bevor sie sich auf einen Job bewerben. Etwa 76% davon lassen sich in ihrer Entscheidungsfindung von gelesenen Bewertungen beeinflussen. Klar ist, dass nicht fundierte, negative Bewertungen dem Image eines Unternehmens schaden können. In vielen Fällen entfalten sie gar geschäftsschädigende Wirkungen.

 

Gängige Portale und ihre Bewertungskriterien

Das wohl bekannteste Portal im Bereich der Arbeitgeber-Bewertung ist „Kununu“. Dort kann der Nutzer einen Arbeitgeber anhand verschiedener Kriterien bewerten. Zu den Bewertungskriterien gehören zum Beispiel die Arbeitsatmosphäre, Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance, Weiterbildungsmöglichkeiten, Gehalt und das Image des Unternehmens. Der Nutzer kann für jeden Punkt zwischen einem und fünf Sternen verteilen.

Ein weiteres Beispiel ist der Anbieter „meinchef“. Bei diesem Portal bewegt sich die Bewertungsskala zwischen einem und fünf Punkten. Eine Besonderheit besteht darin, dass der Chef des Unternehmens gesondert bewertet werden kann. Und zwar anhand von Kriterien, wie soziale Kompetenz, konstruktive Kritik, Förderung von eigenverantwortlichem Arbeiten und Zielsetzungen.

 

Kritische Bewertungen und der Umgang damit

Natürlich kommt es nicht nur zu positiven Bewertungen der Arbeitgeber. Gegen kritische Bewertungen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, soweit sie eine Berechtigung haben. Jedoch werden unter dem Deckmantel der Anonymität des Internets oftmals Grenzen überschritten.

Negative Bewertungen sind dann nicht erlaubt, wenn sie falsche Tatsachenbehauptungen enthalten, wenn sie einen Straftatbestand erfüllen (Beleidigung, üble Nachrede) oder wenn es sich um eine reine Schmähkritik handelt.

Liegt ein Rechtsverstoß vor, kann man gegen die entsprechende Bewertung bzw. den Bewertenden oder das Portal selbst vorgehen. Neben dem Entfernen der Bewertung, kann in manchen Fällen auch Schadenersatz gefordert werden. Oftmals kommt auch ein Unterlassungsanspruch gegen den Bewertenden in Betracht.

 

Fazit

Als Arbeitgeber sollte man immer ein Auge auf die gängigen Bewertungsportale haben. Negative Bewertungen sollten stets hinterfragt und gegebenenfalls überprüft werden. So können sie gewährleisten, dass das Image ihrer Unternehmens nicht nachhaltig beschädigt wird.

Janik Dörr