Nun sind sie auch auf dem deutschen Markt angekommen: Die 3D Drucker.

Inzwischen sind diese nicht nur für den industriellen, sondern auch für den privaten Gebrauch zu erwerben. Dazu werden sogar Seminare und Workshops angeboten, bei denen die Handhabung erklärt wird. Diese können von jedem besucht werden.

Die Handhabung an sich ist recht einfach gestaltet. Durch das Einscannen einer Vorlage wird ein dreidimensionales Objekt aus den verschiedensten Materialien, wie Kunstsoff, Holz, Metall, Keramik und sogar Sand, geschaffen. Eine Kombination der Stoffe ist mithin ebenfalls möglich.

Der Nutzer kann sich damit Alltagsobjekte wie beispielsweise eine neue Handyhülle, aber auch teure Designerstücke oder Kunstwerke einfach und bequem ausdrucken, ohne darauf angewiesen zu sein, viel Geld in ein Originalprodukt zu investieren.

Was für den Nutzer eine bequeme und einfache Möglichkeit darstellt, wirft in der rechtlichen Welt viele Fragen auf.

Sind solche „Ausdrucke“ mit dem Patent-, Marken-, Design-, Gebrauchsmuster- und Urheberrecht vereinbar?

 

Vereinfacht dargestellt geht es bei dem Druckprozess einerseits um das Erstellen eines neuen Objektes auf Grund der Vorlage und andererseits um die Vervielfältigung der Vorlage.

Besitzt man selbst keinen 3D Drucker, kann man sich dennoch Kopien in einer Druckerei fertigen lassen. In diesem Artikel wird jedoch nur auf den Privatdruck eingegangen.

1. Privatausdruck:

Ist das zu druckende Objekt nur für den eigenen Gebrauch (Privatkopie) bestimmt, darf dieses grundsätzlich kopiert werden. Dabei muss beachtet werden, dass das Objekt auch nur für private Zwecke genutzt wird, also nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Vergleichbar ist dies z.B. mit Musikdateien, etwa in Form von MP3. Diese dürfen für den eigenen Gebrauch kopiert und behalten werden, aber nicht im Internet für die Öffentlichkeit hochgeladen werden.

Weiterhin gilt für die Vorlagen, dass eigeneVorlagenrechtlich nicht zu beanstanden sind. Dagegen sind Vorlagen aus unbekannten Quellen wie Onlinetauschbörsen in der Regel tabu, da sie durch einen unbekannten Dritten hochgeladen wurden und damit nicht sicher ist, ob dieser Dritte auch hierzu berechtigt war. Denn die unberechtigte Nutzung kann durchaus Ansprüche der betroffenen Rechteinhaber nach sich ziehen.

2.Vorbeugung:

Potenziellen Rechtsverletzungen könnte vorgebeugt werden, indem ein anonymisiertes Prüfverfahren eingerichtet wird. Dies könnte durch einen automatischen und internetgestützten Abgleich mit den bereits hinterlegten Vorlagen geschehen.

Zudem könnten auch Prüfalgorithmen bereits in die Drucker selbst implementiert werden, sodass der Drucker von allein erkennt, ob die zu druckende Vorlage bereits existiert oder nicht.

 

Fakt ist:

3D Drucker etablieren sich immer mehr und werden teilweise als preiswert, schnell, qualitativ und kreativ angepriesen. Nichtsdestotrotz bringt die Möglichkeit des Kopierens von Objekten erhebliche rechtliche Probleme mit sich.

 

 

   Monika Wystup